Man kann sein Haus selbst bauen. Man kann sich vor Gericht auch selbst verteidigen, statt einen Anwalt zu beauftragen. Möglich ist das alles. Die Frage ist nur, ob es eine gute Idee ist.
Beim Unternehmensvideo ist es zum Glück nicht ganz so dramatisch. Es steht kein Urteil auf dem Spiel und kein Dach droht einzustürzen. Trotzdem gilt dasselbe Prinzip: Nur weil man etwas selbst machen kann, heißt das nicht, dass das Ergebnis am Ende überzeugt. Wer überlegt, ein Unternehmensvideo selbst zu drehen, sollte deshalb ehrlich abwägen, was dafür spricht, was dagegen spricht und worauf es ankommt, wenn man es selbst versucht.
Kurz gesagt: Selbst drehen lohnt sich für spontane Social-Media-Clips und Einblicke aus dem Arbeitsalltag. Für Videos, die Ihr Unternehmen dauerhaft repräsentieren – Imagefilm, Recruitingvideo oder Werbevideo – ist eine professionelle Produktion in fast allen Fällen die bessere Entscheidung. Der größte versteckte Kostenfaktor beim Selbstdrehen ist nicht das Equipment, sondern die Arbeitszeit Ihres Teams.
Warum so viele Unternehmen ihr Video selbst drehen wollen
Die Hürde war noch nie so niedrig. Moderne Smartphones wie das iPhone 16 oder 17 können mittlerweile ein wirklich tolles Bild machen, wenn man weiß, wie man sie nutzt, welche Einstellungen sinnvoll sind und welche App man zum Filmen und Schneiden verwendet. Schnitt-Apps wie CapCut oder Edits sind kostenlos und in wenigen Minuten erlernt. Innerhalb eines Nachmittags lässt sich ein Video zusammenbauen, das auf den ersten Blick ganz ordentlich aussieht.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen mit begrenztem Budget greifen deshalb gerne selbst zur Kamera. Und das ist absolut nachvollziehbar. Wenn wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, ergibt es Sinn, erst einmal selbst etwas auszuprobieren.
Die Vorteile, wenn Sie Ihr Unternehmensvideo selbst drehen
Geringe direkte Kosten. Handy, Stativ, App, fertig. Es fließt kein Geld an eine Agentur.
Flexibilität und Spontanität. Für schnelle Einblicke hinter die Kulissen, kurze Social-Media-Clips oder spontane Momente aus dem Arbeitsalltag ist Selbstgedrehtes oft genau richtig. Hier wirkt es sogar authentisch, wenn nicht alles perfekt ist.
Nähe zum eigenen Unternehmen. Niemand kennt Ihren Betrieb so gut wie Sie und Ihr Team.
Die Nachteile: Die versteckten Kosten beim Selbstdrehen
Das stärkste Argument gegen das Selbstdrehen sieht man nicht auf der Rechnung, sondern im Kalender.
Zeit ist auch Geld. Planung, Drehtage, Abstimmungen, Schnitt, Korrekturschleifen: Das alles kostet Arbeitszeit von Mitarbeitern, die in dieser Zeit ihre eigentlichen Aufgaben nicht erledigen. Rechnet man diese Stunden ehrlich zusammen, ist das „kostenlose" Video oft gar nicht mehr so günstig. Einen ehrlichen Vergleich dazu finden Sie in unserem Beitrag zu den Kosten eines Imagefilms.
Das Ergebnis überzeugt am Ende trotzdem nicht. Das ist der häufigste Fall, den wir als Videoproduzenten erleben: Viel Aufwand wurde investiert, aber das Video wird dann doch nicht veröffentlicht oder wirkt nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Und dann beginnt man von vorn.
Es fehlt das geschulte Auge. Videografen, Editoren und Produktionsagenturen machen das seit vielen Jahren. Bildaufbau, Lichtsetzung, Tonqualität, Timing im Schnitt, Farbe: Das sind Dinge, die man nicht in einem Tutorial lernt, sondern über hunderte Projekte entwickelt.
Profis arbeiten mit besserem Werkzeug und mehr Sorgfalt. Ein Handy macht heute ein tolles Bild. Videoproduktionsfirmen arbeiten aber mit Kameras, die mehr Farben und einen höheren Dynamikumfang aufzeichnen. Dadurch lässt sich das Licht schöner formen und am Ende ein hochwertigeres Bild produzieren. Genauso wichtig: Profis nehmen sich bei Corporate Content bewusst die Zeit für Planung, Ausleuchtung und Feinschliff, die im hektischen Arbeitsalltag eines Unternehmens meist fehlt. Welches Equipment wir dafür einsetzen, machen wir transparent.
Die teure Kamera löst das Problem nicht. Viele Unternehmen investieren in hochwertiges Equipment und wundern sich, warum die Videos trotzdem nicht professionell wirken. Die Kamera ist nur das Werkzeug. Entscheidend ist, wer sie bedient und mit welchem Konzept.
Fehlende Strategie. Ein Unternehmensvideo ist kein Selbstzweck. Es soll Vertrauen aufbauen, Kunden gewinnen oder Fachkräfte ansprechen. Ohne klares Ziel und klare Zielgruppe entsteht schnell ein Video, das zwar existiert, aber nichts bewirkt.
5 Tipps, wenn Sie Ihr Unternehmensvideo selbst drehen
Sie möchten es trotzdem selbst versuchen? Dann helfen diese Tipps, die typischen Fehler zu vermeiden.
1. Nicht im Automodus filmen
Der Automodus passt Belichtung und Fokus ständig an. Das Ergebnis: flackernde Helligkeit und springender Fokus. Stellen Sie Belichtung und Fokus manuell ein und sperren Sie sie. Das geht auch bei den meisten Smartphones mit einem langen Tipp auf das Display.
2. Auf das Licht achten
Licht entscheidet über die Wirkung eines Videos mehr als die Kamera. Nutzen Sie Tageslicht von vorne oder seitlich, und stellen Sie Personen niemals mit dem Fenster im Rücken auf. Sonst sehen Sie nur eine dunkle Silhouette. Und wenn kein gutes Tageslicht verfügbar ist: besser ein Ringlicht als gar kein Licht. Eine einfache, günstige Lichtquelle hebt die Bildqualität sofort spürbar an.
3. Den Ton ernst nehmen
Zuschauer verzeihen mittelmäßige Bilder, aber keinen schlechten Ton. Hall, Rauschen oder Maschinengeräusche lassen jedes Video unprofessionell wirken. Ein günstiges Ansteckmikrofon schlägt jedes eingebaute Kameramikrofon deutlich.
4. Die Kamera stabilisieren
Verwackelte Aufnahmen wirken unruhig und amateurhaft. Ein einfaches Stativ oder ein Gimbal kostet wenig und macht einen enormen Unterschied.
5. Vorher ein Konzept erstellen
Bevor die Kamera läuft, sollten drei Fragen beantwortet sein: Was will ich sagen? An wen richtet sich das Video? Was soll der Zuschauer am Ende tun? Ein kurzes Drehbuch oder zumindest eine Shotlist spart am Drehtag viel Zeit und Nerven.
Selbst drehen oder Profi beauftragen? Unser Fazit
Es muss nicht immer entweder oder sein. Für spontane Social-Media-Inhalte, kurze Einblicke und authentische Alltagsmomente ist Selbstgedrehtes oft ideal. Für die Videos, die Ihr Unternehmen repräsentieren, also Imagefilm, Recruitingvideo oder Produktvideo, lohnt sich professionelle Unterstützung. Diese Videos sind Ihr Aushängeschild und werden über Jahre gesehen.
Die sinnvollste Lösung ist häufig eine Kombination: Profis produzieren die zentralen Inhalte und entwickeln die Strategie, Ihr Team ergänzt mit eigenem Content im Alltag.
Professionelle Videoproduktion für den Mittelstand
Sie möchten wissen, ob sich ein professionelles Unternehmensvideo für Sie lohnt, oder suchen Unterstützung bei Konzept und Umsetzung? Rezai Vision ist Ihr strategischer Partner für Videoproduktion aus Kaiserslautern und begleitet Unternehmen in der Pfalz, in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen und Baden-Württemberg.
Wir übernehmen den kompletten Prozess: von der Konzeption über den Dreh bis zum Schnitt und professionellen Color Grading. Und wir gehen so lange mit Ihnen durch das Material, bis das Video wirklich sitzt. Wir beraten Sie dabei ehrlich, auch wenn die Antwort lautet: Das können Sie selbst.
FAQ: Unternehmensvideo selbst drehen
Kann man ein Unternehmensvideo mit dem Handy drehen?
Ja, moderne Smartphones liefern eine sehr gute Bildqualität. Entscheidend sind aber manuelle Einstellungen, gutes Licht, sauberer Ton und eine stabile Kameraführung. Für Social-Media-Clips reicht das Handy oft völlig aus, für einen Imagefilm stoßen Sie schnell an Grenzen.
Was kostet es, ein Unternehmensvideo selbst zu drehen?
Die direkten Kosten sind gering, oft reichen Stativ, Ansteckmikrofon und eine kostenlose Schnitt-App. Der größte Kostenfaktor ist jedoch die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter für Planung, Dreh und Schnitt, die häufig unterschätzt wird.
Welches Equipment brauche ich für ein eigenes Unternehmensvideo?
Für den Einstieg genügen ein aktuelles Smartphone, ein Stativ oder Gimbal, ein Ansteckmikrofon und idealerweise eine einfache Leuchte oder ein Ringlicht. Eine teure Kamera ersetzt keine Erfahrung in Bildaufbau und Schnitt.
Wann sollte ich ein Unternehmensvideo lieber professionell produzieren lassen?
Immer dann, wenn das Video Ihr Unternehmen langfristig repräsentiert, zum Beispiel bei Imagefilmen, Recruitingvideos oder Produktvideos. Diese Inhalte werden über Jahre gesehen und prägen den ersten Eindruck bei Kunden und Bewerbern.
Kann man selbst drehen und trotzdem mit einer Agentur zusammenarbeiten?
Ja, das ist oft die beste Lösung. Die Agentur produziert die zentralen Videos und entwickelt die Strategie, Ihr Team ergänzt mit eigenem Content aus dem Arbeitsalltag.





