Ein professioneller Unternehmensfilm ist meist kein Kleinstbetrag. Umso ärgerlicher, wenn es hinterher nicht das tut, was es soll. Meistens liegt das nicht an der Bildqualität – sondern an Entscheidungen, die schon vor dem Drehtag getroffen werden.
Fehler 1: Kein klares Ziel
"Wir wollen einfach einen guten Imagefilm" – das klingt verständlich, ist aber keine Aussage. Ein gutes Video beginnt mit einer klaren Frage: Soll es uns bei Kunden bekannter machen? Sollen Bewerber sich melden? Sollen Bestandskunden mehr vertrauen?
Ohne Antwort auf diese Frage entsteht ein Film für alle – und der bewegt niemanden wirklich.
Fehler 2: Zu viel auf einmal
Die Versuchung ist groß: Die Firmengeschichte seit 1990, alle Dienstleistungen, das neue Gebäude, die drei Geschäftsführer – alles in drei Minuten. Das überfordert den Zuschauer. Er schaltet ab.
Ein Film funktioniert besser, wenn er eine Sache gut macht – nicht zehn Dinge halbherzig.
Fehler 3: Am Set improvisieren
Wer ohne Storyboard und Planung dreht, zahlt das später im Schnitt doppelt. Die besten Drehtage sind die, bei denen 80% der Arbeit schon vorher erledigt wurde. Am Set sollte es kein "Was machen wir als Nächstes?" geben.
Fehler 4: Mitarbeiter ohne Vorbereitung vor die Kamera
Echte Mitarbeiter wirken glaubwürdiger als Schauspieler – aber nur, wenn sie gut geführt werden. Wer jemanden einfach hinstellt und sagt "Sag mal was über den Job", bekommt meistens steife, unnatürliche Aufnahmen.
Ein erfahrener Videomacher führt durch das Gespräch, nimmt den Druck raus und gewinnt so echte, stimmige Aussagen.
Fehler 5: Schlechten Ton akzeptieren
Ein etwas unscharfes Bild kann man noch verzeihen. Schlechten Ton nicht. Wenn der Gesprächspartner hallt, rauscht oder kaum zu verstehen ist, hört der Zuschauer spätestens nach 20 Sekunden auf. Das Budget für ein gutes Mikrofon und ordentliches Sounddesign ist immer gut investiert.
Fehler 6: Den Film nicht sichtbar machen
Ein Video einfach auf YouTube hochzuladen ist kein Plan (mehr dazu in unserem Artikel über Werbevideos). Ein fertig produziertes Video braucht einen aktiven Einsatz: auf der Website, in Mails, als Anzeige. Sonst bleibt es unsichtbar, egal wie gut es ist.
Fehler 7: Nur ein einziges Video aus dem Dreh rausholen
Aus einem guten Drehtag können 10 bis 15 kürzere Clips entstehen. Wer das ignoriert und nur ein langes Video abnimmt, lässt viel Potential liegen – auf Instagram, TikTok, LinkedIn.
Fazit
Wer diese sieben Punkte im Kopf hat, bevor der Dreh beginnt, spart Geld und bekommt ein Video, das wirklich etwas tut. Nicht Perfektion schützt euch vor Fehlern – sondern gute Vorbereitung.
FAQ
Was kostet eine professionelle Videoproduktion für Unternehmen?
Seriöse Produktionen mit echtem Konzept und Strategie starten in der Regel ab ca. 3.500 Euro. Nach oben gibt es keine feste Grenze – das hängt von Umfang und Aufwand ab.
Können wir das Skript selbst schreiben?
Lieber nicht. Wer zu nah am eigenen Unternehmen ist, schreibt meistens für sich selbst – nicht für den Zuschauer. Externe Unterstützung bringt den nötigen Abstand.
Ist ein Teleprompter sinnvoll?
In den meisten Fällen nein. Abgelesene Texte wirken steif und unecht. Geführte Gespräche klingen natürlicher und wirkungsvoller.



