"Wir machen jetzt auch Reels!" – dieser Satz klingt nach Aktionismus. Und meistens ist er das auch.
Denn ein Video auf Instagram hochzuladen ist keine Strategie. Die Frage muss sein: Was soll das Video bewirken? Soll es Aufmerksamkeit erzeugen? Vertrauen aufbauen? Direkt zu einer Anfrage führen? Je nach Ziel braucht ihr ein komplett anderes Format.
Drei Typen von Videos – drei verschiedene Ziele
1. Aufmerksamkeit erzeugen (kurze Clips, 15–45 Sek.)
Das ist für TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts. Hier habt ihr eine Aufgabe: dafür sorgen, dass jemand stoppt und schaut. Nicht mehr, nicht weniger.
Was funktioniert: Ein überraschender Einstieg (eine These, eine unerwartete Aufnahme, eine direkte Frage). Was nicht funktioniert: Mit dem Logo beginnen oder mit "Herzlich Willkommen bei...".
2. Vertrauen aufbauen (mittlere Länge, 2–5 Min.)
Das ist für LinkedIn und YouTube. Hier geht es nicht um Reichweite, sondern um Tiefe. Wer eure Leute kennt, eure Prozesse versteht und sieht, wie ihr arbeitet – der bucht euch leichter.
Formate: Experteninterviews, Einblicke hinter die Kulissen, echte Fallbeispiele von Kunden.
3. Direkt zu einer Anfrage führen (gezielte Anzeigen)
Das sind kurze, klare Videos, die an Leute ausgespielt werden, die euch schon kennen. Ein direktes Angebot, ein Testimonial (Kundenmeinung), eine klare Handlungsaufforderung. Kein langes Aufwärmen mehr – die Person kennt euch schon.
Warum ein einziges Video nicht reicht
Ihr dreht einen Imagefilm. Super. Aber was passiert dann? Wenn das Video nur auf YouTube liegt und in keiner Anzeige, in keiner Mail und auf keiner Website aktiv genutzt wird, passiert: nichts.
Die gute Nachricht: Aus einem einzigen Drehtag lassen sich im Rahmen einer Social Media Betreuung viele verschiedene Clips schneiden. Ein 3-Minuten-Imagefilm liefert außerdem Material für fünf kurze Instagram-Clips, drei LinkedIn-Beiträge und eine Handvoll Werbeanzeigen. Ihr müsst nicht jedes Mal von vorne drehen – ihr müsst das gedrehte Material klug aufbereiten.
Fazit
Social Media für Unternehmen ist kein Sprint, sondern ein Rhythmus. Wer langfristig dabei bleibt – mit der richtigen Mischung aus Aufmerksamkeit, Tiefe und direkten Anfragen – gewinnt auch.
FAQ
Welche Videolänge ist ideal?
Das hängt davon ab, wo jemand im Kaufprozess steht. Jemand, der euch nicht kennt, braucht im Feed einen kurzen, aufmerksamkeitsstarken Clip. Jemand, der auf eurer Website ist und schon überlegt, braucht Tiefe – 2 bis 3 Minuten sind dann völlig in Ordnung.
Brauche ich für Instagram Reels teure Kameras?
Nicht unbedingt. Kurzvideos im Stil von "echter Benutzer dreht selbst" performen manchmal besser als Hochglanz, weil sie nicht nach Werbung aussehen. Wichtiger als das Bild ist fast immer: der Ton muss gut klingen.
Warum sinken meine Views auf dem Unternehmenskanal?
Häufigste Ursache: Das Video beginnt schwach. Wenn in den ersten zwei Sekunden nichts passiert, scrollt die Person weiter. Oder: Der Inhalt dreht sich nur um das Unternehmen – nicht um etwas, das den Zuschauer interessiert.



